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Kriechende Insekten

Ameisen in der Küche: warum die Strasse immer wiederkommt

Sie wischen die Strasse weg, am nächsten Morgen läuft sie an derselben Stelle wieder. Wer die Duftspur und die Kolonie versteht, weiss auch, worauf man zielen muss, damit es aufhört.

Was Sie sehen, ist ein Bruchteil

Die Sammlerinnen, die über Ihre Arbeitsplatte laufen, machen nur einen kleinen Teil der Kolonie aus. Der eigentliche Bestand — die Königin oder mehrere Königinnen, die Brut, der grösste Teil der Arbeiterinnen — bleibt im Nest verborgen. Solange Nest und Königin unberührt sind, baut sich die Kolonie laufend nach. Genau daher kommt das Gefühl, immer wieder von vorn anzufangen.

Das ist der Klassiker in Schweizer Küchen: Was man sieht, ist die Spitze einer weit grösseren Organisation. Wer diesen Mechanismus versteht, ändert die Strategie.

Die Duftspur ist der Grund für die Rückkehr

Ameisen orientieren sich an Duftspuren aus Pheromonen, die sie zwischen Nahrungsquelle und Nest legen. Zertretene Sammlerinnen löschen die Spur nicht — die nächsten nehmen sie einfach wieder auf. Deshalb bringt es mehr, die Fläche mit Seifenwasser abzuwischen und damit die Spur zu tilgen, als Tiere zu erschlagen. Die Ursache ist damit allerdings noch nicht beseitigt.

Ein falsch eingesetztes Abwehrmittel kann die Kolonie sogar dazu bringen, sich zu teilen und mehrere Nester zu bilden — aus einem Problem werden zwei. Das Ziel ist nicht, die sichtbaren Tiere zu vertreiben, sondern die Verbindung zwischen Nahrungsquelle und Nest zu kappen.

Was sie anzieht

Küchenameisen gehen vor allem auf Süsses und Fett: Krümel, Rückstände auf der Arbeitsplatte, schlecht verschlossene Lebensmittel, der Napf des Haustiers, der Abfalleimer. Eine zugängliche Nahrungsquelle hält die Strasse am Leben. Dazu kommen Feuchtigkeit und ein bequemer Zugang — ein Riss, ein Fensterrahmen, eine Rohrdurchführung.

Im Mehrfamilienhaus wie im Einfamilienhaus kann auch eine tadellos geführte Küche besucht werden, wenn in der Nähe eine Kolonie sitzt: in einer Trennwand, unter dem Sitzplatz oder in einem Technikraum.

Wo das Nest steckt

Das Nest liegt entweder draussen — Garten, Sitzplatz, unter einer Platte, in einer Mauer — und die Tiere unternehmen nur Ausflüge nach innen, oder es liegt drinnen, in Zwischenwänden, Dämmung oder feuchtem Holz. Der Strasse bis zur Eintrittsstelle zu folgen, grenzt den Standort erheblich ein. Unser Wohnungsplan zeigt je nach Raum, worauf zu achten ist — Küche, Balkon, Garten.

Die Art bestimmen

Nicht alle Ameisen verhalten sich gleich. Die meisten Hausameisen sind klein, schwarz oder braun und schlicht lästig. Tauchen im Frühling geflügelte Tiere auf, handelt es sich um den Schwarmflug: ein Zeichen für eine ausgereifte Kolonie in der Nähe, nicht für eine fliegende Invasion. Welche Art vorliegt, bestimmt das weitere Vorgehen.

Ein scharfes Foto aus der Nähe bringt meist Klarheit — über eine Anfrage mit Foto oder die Bestimmung nach Foto.

Der Sonderfall Rossameisen

Die meisten Arten schädigen die Bausubstanz nicht. Einige jedoch — die Rossameisen — nagen Gänge in feuchtes oder bereits geschädigtes Holz, um dort zu nisten, und können mit der Zeit echten Schaden anrichten. Das verräterische Zeichen ist feines Bohrmehl am Fuss eines Holzbauteils oder Balkens, manchmal begleitet von einem leisen Nagegeräusch. Dann geht es nicht mehr um die Küche, sondern um Holzschutz — siehe dazu unseren Beitrag zu Holzschädlingen im Dachstuhl.

Ameisen im Garten und auf dem Sitzplatz

Im Sommer besiedeln Ameisen gerne Terrassenplatten, Randsteine und Pflanzentröge. Auf Pflanzen «halten» sie bisweilen Blattläuse, deren zuckerhaltigen Honigtau sie ernten — das erklärt ihre Anwesenheit an bestimmten Gewächsen. Wer die Zugänge schliesst — Fugen, Risse — und die Zuckerquellen entzieht, begrenzt die Ausflüge nach innen deutlich.

Auch der Kalender spielt mit: Die Spitzen im Frühling und Sommer sind in der ganzen Schweiz die Regel. Wer im Garten vorwegnimmt, verhindert oft die Rückkehr in die Küche.

Was tatsächlich wirkt

Damit die Strasse dauerhaft aufhört, zielt man auf die Kolonie und nicht auf die Sammlerinnen:

  • Nahrungsquellen entziehen — dichte Behälter, konsequent reinigen;
  • Duftspuren tilgen mit Seifenwasser;
  • Eintrittsstellen schliessen;
  • geeignete Köder einsetzen, welche die Sammlerinnen ins Nest tragen — nur so wird die Königin erreicht.

Abwehrmittel für die Oberfläche verschieben das Problem lediglich. Eine fachliche Behandlung zielt auf Nest und Art, mit Mitteln, die zum Haushalt passen — Kinder und Haustiere eingeschlossen.

Wann es eine Fachperson braucht

Wenn die Strasse trotz dieser Handgriffe bleibt, wenn der Befall gross ist, wenn Sie das Nest nicht finden oder wenn Sie Rossameisen vermuten — Bohrmehl, hohl klingendes Holz —, ist der Punkt erreicht. Schildern Sie Ihre Situation: Wir bestimmen die Art, gehen der Kolonie nach und behandeln nachhaltig, schweizweit, 7 Tage die Woche.

Der Preis richtet sich nach Art, Ausdehnung und Zugang zum Nest — auf Offerte, bestätigt vor dem Einsatz.

FAQ

FAQ

Warum laufen die Ameisen immer an derselben Stelle?

Sie folgen einer Duftspur zwischen Nahrungsquelle und Nest. Solange das Nest unberührt bleibt, bildet sich die Strasse neu.

Helfen Essig oder Zitrone?

Sie überdecken die Spur vorübergehend. Die Kolonie erreichen sie nicht, deshalb kehrt die Strasse zurück.

Können Ameisen das Haus beschädigen?

Die meisten nicht. Rossameisen können feuchtes oder bereits geschädigtes Holz erheblich schwächen.

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