Feuchtigkeit und Schädlinge: Silberfischchen und Verwandte
Manche Arten sind kein Hygieneproblem, sondern ein Feuchtigkeitsproblem. Silberfischchen, Asseln und andere siedeln dort, wo die Luft feucht bleibt — wer die Ursache angeht, löst die Sache an der Wurzel.
Warum Feuchtigkeit anzieht
Viele kleine Organismen brauchen eine feuchte Umgebung, um zu überleben und sich zu vermehren. Ein schlecht belüftetes Badezimmer, ein Keller, eine Waschküche, eine Wand mit leichtem Wassereintritt oder Kondensat — überall dort entstehen genau die Kleinklimata, die sie suchen. Wo die Feuchtigkeit bleibt, bleibt auch diese Fauna. Und sie kehrt zurück, solange sich an der Feuchtigkeit nichts ändert.
Die gute Nachricht: Wer die Ursache angeht, löst das Problem meist an der Wurzel — deutlich wirksamer als eine Abfolge von Mitteln für die Oberfläche.
Wer da eigentlich lebt
Am häufigsten in Schweizer Wohnungen:
- Silberfischchen: kleine, silbrige, flügellose Insekten mit spindelförmigem Körper;
- Kellerasseln: graue Landkrebse, die sich bei Störung einrollen, gebunden an sehr feuchte Zonen wie Keller und Mauerfüsse;
- je nach Lage bestimmte Mücken und Fliegen, die von Feuchtigkeit und Schimmel angezogen werden.
Gesundheitlich ist keine dieser Arten ein Problem. Es geht um Wohnkomfort und, in geringem Umfang, um Schäden an Papier und Textilien. Schaben mögen Wärme und Feuchtigkeit zwar ebenfalls, folgen aber einer ganz anderen Befallslogik — siehe woher Schaben kommen.
Der Fall der Silberfischchen
Sie sind die bekanntesten Vertreter. Sie mögen Wärme und Feuchtigkeit, sind nachtaktiv und huschen davon, sobald im Bad oder in der Küche das Licht angeht. Ernährt wird sich von stärke- und zellulosehaltigem Material: Papier, Karton, Buchbinderleim, gelegentlich Textilien. Unauffällig und langlebig, wie sie sind, richten sie sich nach und nach in den feuchten Ecken ein.
Ihre Anwesenheit ist vor allem ein Anzeiger für Feuchtigkeit, der ernst genommen gehört. Die ausführliche Artenseite: Silberfischchen.
Wo sie sich sammeln
Badezimmer, Küchen, Waschküchen, Keller, unter Spülbecken, hinter Sockelleisten, in Rissen, entlang von Leitungen — und in Papier- und Kartonvorräten, die in feuchten Räumen lagern. Welche Zonen bei Ihnen infrage kommen, zeigt der Wohnungsplan für Bad und Keller.
Im Mehrfamilienhaus kann ein schlecht belüfteter Installationsschacht oder ein gemeinsamer Keller ein Feuchtigkeitsreservoir bilden — und damit gleich für mehrere Wohnungen ein Schädlingsreservoir.
Woran Sie zu viel Feuchtigkeit erkennen
Diese Arten treten selten allein auf; meist gibt es begleitende Hinweise, die man nicht übergehen sollte:
- Kondensat an Fenstern und kalten Wänden;
- muffiger Geruch, spürbar feuchte Luft;
- Flecken oder Ränder, beginnender Schimmel in den Ecken;
- Wäsche, die schlecht trocknet, Farbe, die Blasen wirft.
Diese Anzeichen anzugehen heisst, die Ursache der Schädlinge anzugehen. Feuchtigkeit begünstigt im Übrigen auch Holzschädlinge in schlecht belüftetem Holz.
An der Ursache ansetzen
Die erfolgreiche Reihenfolge lautet: zuerst die Feuchtigkeit, dann das Insekt.
- Lüften: täglich stosslüften, in Nassräumen die Lüftung prüfen oder nachrüsten;
- undichte Stellen reparieren, Wassereintritte beheben;
- Kondensat reduzieren durch gleichmässiges Heizen;
- Keller und kalte Zonen trocknen;
- Risse schliessen und Ecken zugänglich machen, damit sie überhaupt gereinigt werden können.
In Räumen, die sich natürlich kaum lüften lassen, senkt ein Luftentfeuchter die Werte dauerhaft — vorausgesetzt, der Behälter wird regelmässig geleert und die Ursachen werden trotzdem behoben. Parallel dazu reduzieren die Reinigung der Ecken und das Entfernen feuchter Papier- und Kartonvorräte den Bestand spürbar.
Wenn das nicht genügt
Halten sich die Silberfischchen trotz korrigierter Feuchtigkeit, oder lässt sich die Feuchtigkeit nur schwer in den Griff bekommen, ergänzt eine gezielte Behandlung der Herde die Arbeit an der Ursache. Genau so gehen wir vor: beides angehen, Feuchtigkeit und Herde, damit das Ergebnis hält.
Schildern Sie Ihre Situation: Wir finden die Herde, beraten zur Lüftung und sind schweizweit im Einsatz, 7 Tage die Woche. Der Einsatz wird auf Offerte abgerechnet, je nach Ausdehnung und Zugänglichkeit.
Papier und Textilien schützen
Bringen Sie in der Zwischenzeit in Sicherheit, was angefressen werden kann: Bücher, Papiere und Kartons trocken und in verschlossenen Behältern lagern, von feuchten Wänden wegrücken, im Keller eingelagerte Textilien im Auge behalten. Dieser eine Handgriff begrenzt den Schaden, bis die Feuchtigkeit behoben ist.
FAQ
FAQ
Warum habe ich Silberfischchen im Bad?
Wegen der Feuchtigkeit — das ist ihre ideale Umgebung. Sie zu senken ist der entscheidende Hebel.
Sind sie gefährlich?
Nein. Sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Papier, Karton und Textilien können sie allerdings beschädigen.
Reicht ein Luftentfeuchter?
In schlecht belüfteten Räumen hilft er erheblich. Er ergänzt aber das Lüften und die Reparatur undichter Stellen, statt sie zu ersetzen.
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